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Foto oben, Detlef Vornmoor: „Im Vergleich zu früher spare ich 80 Prozent meiner Energiekosten, allein 60 Prozent durch die Umrüstung auf LED.“

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Strom und Wärme aus diesem 5,5 kW-Blockheizkraftwerk werden in der Tankstelle, für die Autowäsche und Kfz-Aufbereitungshalle und zwei benachbarte Mehrfamilienhäuser genutzt.

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Vordenker für Energie und Umwelt

Vorgestellt: bft Tankstelle Vornmoor

Detlef Vornmoor betreibt seine bft-Tankstelle in der niedersächsischen Kreisstadt Vechta. Sein Herz schlägt für sinnvollen Umgang mit Ressourcen – vor allem mit Strom und Wasser. Als er 2012 mit dem von der Europäischen Union ausgelobten GREENLIGHT PARTNER AWARD im Bereich Tankstellen ausgezeichnet wird, erhält er eine besondere Anerkennung für sein großes Energie-Engagement.

„Ich beschäftige mich seit Jahren intensiv mit den Themen Energie und Umwelt. Seinerzeit merkte ich aber schnell, dass ich damit allein auf weiter Flur war“, beginnt Detlef Vornmoor seine Geschichte, die er heute mit den Worten beendet: „Nein, etwas anders gemacht hätte ich nicht, einzig ich hätte noch früher beginnen sollen.“ Denn früher achtete er nicht auf den Stromverbrauch. „Stattdessen interessierten mich Innovationen, die Leistungen und der Anschaffungspreis einer Portalanlage. Heute weiß ich, dass beispielsweise beim Trocknen des Fahrzeuges immens hohe Stromkosten anfallen.“

Award für den Vordenker

Auslöser für sein Umdenken war das Vorhaben, in den 80 Quadratmeter großen Shop eine zweite Kasse installieren zu lassen. Praktisch bedeutete dies, auch die Lichtsituation zu ändern. „Ich hörte mich um. Das Leistungsangebot und die Vielzahl der Firmen, die LED-Technik installierten, waren kaum zu überschauen. Ich hatte keine Ahnung und ließ es.“ Ein Freund von ihm jedoch ist Inhaber einer Firma für Lichttechnik und der hatte Ahnung. „So ließ ich von ihm 2011 den Shop mit LED-Technik ausrüsten.“

Er war es auch, der das LED-Licht für den Außenbereich plante, die Lichtmessung durchführte und die Amortisation berechnete, nachdem Detlef Vornmoor die gesamte Tankstelle auf die doppelte Größe erweiterte, das alte und neue Tankdach mit transparenten Kunststoffglas verband und zuvor das dafür notwendige Nachbargrundstück erwarb. Das vom Lichtfachmann hochgerechnete Resultat ergab 60 Prozent Stromeinsparung. „Tatsächlich sparte ich sogar 80 Prozent“, betont der umtriebige Einzelkämpfer Vornmoor. Sein weltoffener Freund wusste zudem, dass die Europäische Union einen CO2-Einsparwettbewerb ausgeschrieben hatte. „Er riet mir 2011, mich daran zu beteiligen und half, die Formulare für das einjährige Bewerbungsverfahren auszufüllen. Wir wiesen im Bewerbungszeitraum nach, dass die Station über 30 Prozent CO2-Emissionen einsparte.“ Die bft Tankstelle Vornmoor gewann daraufhin tatsächlich den GREENLIGHT AWARD 2012. Die Urkunde hängt heute im Tankstellenbüro.

Energielieferant für Tankstelle und Haushalte

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit als Tankstellenbetreiber gründete Detlef Vornmoor so ein kleines Energieunternehmen. Denn im Zuge des Tankstellenumbaus errichtete er ein weiteres Gebäude auf dem zuvor erworbenen Grundstück, um darin ein 5,5 kW-Blockheizkraftwerk zu installieren. „Meine Ausgangsüberlegung war, den erzeugten Strom und die Wärme für Tankstelle, Autowäsche und Kfz-Aufbereitungshalle zu nutzen und außerdem zwei benachbarte Mehrfamilienhäuser zu beheizen.“ Inzwischen erstellt er sogar die Betriebskostenabrechnungen für Tankstelle, Autowäsche und betreffende Privathaushalte selbst und erlangte dabei als ungelernter Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft bemerkenswerte Routine.

Seiner ökologischen wie ökonomischen Denkweise verdankt er die Inspiration während eines Messebesuchs, die zu Überlegungen führte, das Regenwasser für die Autowäsche nutzen zu wollen. Heute liegt ein 15µ000 Liter fassendes Betonbecken in der Erde, an das ein Regenwasser-Auffangsystem angeschlossen ist. Das Auffangbecken ließ er an das Wasserkreislaufsystem der Waschanlage anschließen. Tatsächlich wäscht die Portalanlage überwiegend mit Regenwasser. „In den vergangenen sechs Jahren verbrauchte die Anlage dadurch lediglich 130µ000 Liter Frischwasser.“ Der Nachteil bei der Regenwasserwäsche ist, dass die Autos in Verbindung mit kalkhaltigem Stadtwasser schlechter getrocknet werden können. „Wir trocknen die Autos deshalb nun mit Mikrofasertüchern nach und verdoppeln durch diesen besonderen Kundenservice unsere Waschzahlen. So wurde aus dem augenscheinlichen Nachteil ein geschäftlich lohnender Vorteil.“

Summe aus Kleinigkeiten

Detlef Vornmoor setzte sein Engagement für nachhaltige Energie fort, schaffte in 2016 einen Stromspeicher an und koppelte ihn an eine Photovoltaik-Anlage, „die wir auf das Tankstellendach legen ließen. Sie bringt 16,8 Kilowatt Leistung, die in den Stromspeicher eingespeist werden kann. Dadurch schaffte ich es, meine Stromkosten trotz steigender Preise immer wieder zu reduzieren.“ Derzeit überlegt er, einen zweiten Stromspeicher zu kaufen, um auf benötigten Strom der elektrischen Verbraucher noch flexibler reagieren zu können. – Es sind in der Regel Kleinigkeiten, die in der Summe große Ersparnisse bringen. Eine solche „Kleinigkeit“ ist beispielsweise, dass Detlef Vornmoor das für den Betrieb des Blockheizkraftwerkes benötigte Erdgas im Pool der bft zu sehr günstigen Konditionen einkauft. „So günstig, dass ich mit meinem Energieversorger so verhandelte, dass ich meine Einkaufspreise für das Kilowatt Erdgas signifikant senken konnte.“ Nicht nur deswegen bleibt das Thema Energie Chefsache.

Bernd Fiehöfer

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